Sportverletzungen

Sportliche Betätigung trägt entscheidend zur Erhaltung von Gesundheit, körperlicher Leistungsfähigkeit und Verbesserung der Lebensqualität bei. In der modernen Leistungsgesellschaft nimmt Sport einen immer breiteren Raum ein. Im Deutschen Sportbund waren 2007 über 27 Mio. Mitglieder aus 86000 Sportvereinen registriert. Die nicht-organisierten Freizeitsportler wie Jogger und Skifahrer nicht mitgerechnet.

Neben vielen positiven Aspekten birgt Sport auch Risiken. Die Zahl der Unfälle und Verletzungen im Sport beträgt 1,5 %, d.h. von 200 Sportlern verletzen sich 3. Ursachen hierfür sind neben mangelnder Technik, Übermüdung, ungeeignete Sportgeräte, Überforderung, Trainingsdefizite und Begleiterkrankungen. Am häufigsten betroffen ist die Altersgruppe der 20-29 Jährigen.

Sportverletzungen entstehen durch plötzliche Unterbrechung eines dynamischen Bewegungsablaufs aufgrund einer direkten oder indirekten Gewalteinwirkung. Beim Sportschaden handelt es sich um chronische Veränderungen an den Knochen, Weichteilen und Gelenken, die als Folge einer anhaltenden Überlastung auftreten.

Sportverletzungen werden in 8 Kategorien eingeteilt:

  1. Hautverletzungen
  2. Prellungen
  3. Verstauchungen
  4. Muskelverletzungen
  5. Sehnenverletzungen
  6. Kapsel-Band-Verletzungen
  7. Verrenkungen
  8. Knochenbrüche

Bei den Verletzungen kann es sich sowohl um harmlose Bagatellen wie Hautabschürfungen als auch um sehr ernste Veränderungen handeln, die fachmännisch abgeklärt werden müssen. Ein fehlverheilter Knochenbruch kann ebenso wie eine chronische Instabilität bei einer Kniebandruptur zur Sportinvalidität führen.

Die Erstbehandlung einer frischen Sportverletzung hat das Ziel, die Ausbildung eines größeren Blutergusses in den Weichteilen oder Gelenken zu verhindern. Gleichzeitig wird das betroffene Gebiet ruhig gestellt.

Dazu kommt das PECH-Schema zur Anwendung.

  • P = Pause.Die sportliche Betätigung sofort einstellen.
  • E = Eis.Kälteanwendung durch Eispackungen (Eiswürfel oder Gelkissen). Dauer 20 bis 30 Minuten.
  • C = Compression.Anlage eines Druckverbandes. Schaumgummiplatten werden über der Verletzungs-Stelle mit elastischen Binden angewickelt. Eine Stauung muss vermieden werden.
  • H = Hochlagerung. Positive Schmerzbeeinflussung und Abschwellung.

Um Sportverletzungen möglichst zu vermeiden sollten Sportler neben ausreichendem Training auf eine gute Technik achten, Übermüdung vermeiden, sich ausreichend vorbereiten (aufwärmen) und Begleiterkrankungen zuvor ausheilen.

Eine sportmedizinische Untersuchung ist für alle anzuraten, die Sport treiben möchten. Anfänger: Kinder oder Erwachsene, die mit einer Sportart beginnen möchten. Aktive: Sportler, die Umfang oder Sportart wechseln wollen. Wiedereinsteiger: Menschen, die früher sportlich aktiv waren und nach einer Pause wieder beginnen möchten. Ältere Menschen, die im Rahmen von Gesundheitssport aktiv sein wollen.

Die Sportuntersuchung sollte auf orthopädischem Gebiet (Bewegungsapparat) und auf internistischen Gebiet (Herz-Kreislauf-System) erfolgen.