Chronik des MQNK

Als 1990 zwei befreundete Hausacher Ärzte, Dr. Detlev Geßner und Dr. Rainer Landgraf über die Arbeitsbedingungen in ihrer Praxis und über ihre berufliche Zukunft nachdachten, da stellte sich Unmut und Unzufriedenheit ein. Es entstand die Idee, die Zukunft selbst aktiv mit zu gestalten und für Veränderungen zu sorgen.

Schon damals erkannten sie, dass die von der Bundesregierung eingeleitete Sparpolitik eine Verschlechterung der Situation für Patienten und Ärzte mit sich bringen würde.

Unzufrieden waren sie auch mit einer immer mächtiger werdenden Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Auch der Umgang der Ärzte untereinander erschien verbesserungswürdig.

Dr. Geßner und Dr. Landgraf beschlossen damals, aktiv zu werden: „Schimpfen allein bringt nichts. Entweder man schweigt oder man ändert die Dinge“, und „ Wer nichts abgibt, kann auch nichts gewinnen“, sind überlieferte Sätze der beiden Kollegen. Sie wurden zur Leitschnur unserer Aktivitäten in den kommenden Jahren.

Ab 1992 bildete sich nach und nach unter Führung der beiden eine Ärzteinitiative Kinzigtal, offen für alle Fachgruppen, also für Haus- und für Fachärzte. Erste Ziele wurden formuliert:

  • Förderung der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Kommunikation
  • gemeinsame Reaktion auf die Herausforderungen von Krankenkassen, KV und Politik
  • Erhalt oder, wenn möglich, Verbesserung der Versorgungsqualität der Patienten auch unter Sparbedingungen

Das waren damals hochgesteckte Ziele. Sie umzusetzen ist auch heute noch unverändert unsere Aufgabe.

Zunächst wurden Praxisprofile für jede einzelne Praxis erstellt: Wer im Tal macht was? Die Ergebnisse führten zu einem „aha“-Effekt. Es war nämlich bis zu diesem Zeitpunkt nicht deutlich geworden, welche Möglichkeiten an Diagnostik und Therapie in der Region Kinzigtal vorhanden waren. Nach und nach lernte man sich so besser kennen, aus dem Nebeneinander wurde, wenn auch langsam, ein Miteinander. Das erforderte ein Umdenken in vielen Köpfen, entsprechend langsam aber stetig erfolgte die Umsetzung. Die Idee, ein Ärztenetz im Kinzigtal zu gründen, entstand.

1997 wurde aus der Ärzteinitiative Kinzigtal das Medizinische Qualitätsnetz - Ärzteinitiative Kinzigtal. Dem Netz gehörten zu diesem Zeitpunkt 50 Ärzte der Region Kinzigtal mit den Orten Gengenbach, Zell a.H., Oberharmersbach, Nordrach, Steinach, Haslach, Hausach, Wolfach, Oberwolfach und Hornberg an. Das Netz war offen für Hausärzte und Fachärzte, die regionalen Krankenhäuser wurden zur Mitarbeit eingeladen. Mit dem Namen „Qualitätsnetz“ wollte die Ärzteinitiative einen Anspruch verdeutlichen, der im Netz verbindlich werden sollte. Aus diesem Grund wurden Qualitätszirkel zu verschiedenen medizinischen Bereichen gegründet, die Standards und Leitlinien für die tägliche Arbeit erstellten. In den regelmäßig stattfindenden Vollversammlungen wurden diese Standards diskutiert und aktualisiert.

Nach intensiven Vorbereitungen wurden eine Satzung und ein Kodex für das Netz erarbeitet, die dann am 14.04.1999 mehrheitlich beschlossen wurden. Damit erhielt die Ärzteinitiative Kinzigtal eine verbindliche Rechtsform und wurde unter dem Namen

Medizinisches Qualitätsnetz - Ärzteinitiative Kinzigtal e.V. MQNK

in das Vereinsregister beim Amtsgericht Wolfach eingetragen.

In den ersten Vorstand wurden gewählt:

  • 1.Vorsitzender: Dr. D. Geßner 
  • 2. Vorsitzender: M. Wetzel 
  • 3.Vorsitzender : Dr. W. Witzenrath 
  • Schatzmeister: Dr. A. Feyrer 
  • Schriftführer: Dr. R. Landgraf
  • Ombudsmann: Dr. H. Michalek

In den Beirat wurden gewählt:

  • Dr. F. Schondelmaier 
  • Dr. G. Haagen
  • Dr. G. v. Bartenwerffer

Leider konnten nicht alle bisherigen Mitstreiter die schriftlich fixierte Verbindlichkeit gefasster Beschlüssen mittragen, so dass der Verein mit 32 eingetragenen Mitgliedern startete.

Die Mitarbeit im Netz war und ist ehrenamtlich. Ein Sponsoring besteht weder durch Institutionen noch durch die Industrie. Dadurch will der Verein seine Unabhängigkeit bewahren. Die Mitglieder fühlen sich nur ihren Patienten und den Kollegen verpflichtet. Durch ein Mehr an kollegialem Vertrauen soll sich ein zusätzlich positiver Aspekt in einer beruflich schwierigen Zeit entwickeln.

Großer Wert wurde im Netz auf eine verbesserte Information der Patienten gelegt. Aus diesem Grund fanden seit 1999 in regelmäßigen Abständen Patientenseminare statt, die wichtige medizinische Themen einer breiten Öffentlichkeit näher brachten. Themen wie: Metabolisches Syndrom, Osteoporose, Impfen, Migräne etc. wurden den Patienten vorgetragen.

Um den Informationsfluss von Praxis zu Praxis zu verbessern und zu beschleunigen wurde eine elektronische Vernetzung aufgebaut, zunächst über Fax und Faxverteiler, später über Email.

Auf Initiative des MQNK wurde 1999 eine Gesellschaft für Arbeit, Umwelt und Verkehr die AUV gegründet mit dem Ziel, Arbeitsmedizin im Tal betriebsnah anbieten zu können. In dieser Gesellschaft arbeiteten Netzärzte aktiv und federführend mit.

2001 wurde mit dem Diplompsychologen Herrn Thomas Kind das erste nichtärztliche Mitglied im Netz aufgenommen, zunächst als assoziiertes, später als ordentliches Mitglied. Auch die Chefärzte der regionalen Krankenhäuser konnten als Mitglieder gewonnen werden. Die Arbeit in den Qualitätszirkeln wurde verstärkt, neue geründet: Balintgruppe, Schmerzkonferenz, Geriatrie, Psychosomatik, Impfen, Akupunktur und Qualitätsmanagement.

Um der allgemeinen Impfmüdigkeit entgegen zu wirken und den Impfschutz der Patienten zu verbessern wurden im Oktober 2001 in den Praxen Impfwochen durchgeführt. Seither findet eine jährliche Wiederholung statt.

2002 wurden den Praxismitarbeiterinnen erstmals Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Sie sollten so die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeitsbedingungen positiv mitzugestalten. Eine besonders intensive Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Mitarbeiterinnen fand im Zirkel Qualitätsmanagement statt.

Netzfortbildungen wurden ab 2002 von der Landesärztekammer zertifiziert. Das Netz konnte ab sofort als Veranstalter fungieren und jedem Mitglied zahlreiche Fortbildungspunkte anbieten.

Zu diesem Zeitpunkt war das Netz bereits in vielen Bereichen präsent, auch die örtliche Presse berichtete immer öfter über die Netzaktivitäten. Neue Arbeitskreise wurden gebildet: Kommunikation, Krankenhaus, Mitarbeiter, Wirtschaft, Politik und Strategie.

Bei einer Protestaktion gegen die Gesundheitsreform der Bundesregierung in Freiburg traten Netzmitglieder gemeinsam auf, weithin erkennbar an ihren grünweißen Schirmen mit dem MQNK-Logo.

Entgegen anfänglichen Bedenken entschließen sich die Netzmitglieder 2002, an den DMP-Programmen der Krankenkassen teilzunehmen.

2002 wird auch das Thema „Medi“ aktuell. Der Medi-Verbund, eine Gründung des KV-Vorsitzenden von Nord Württemberg Baumgärtner, wurde in Südbaden aktiv und warb um Mitgliedschaft des MQNK. So wie es angedacht war, hätte das für das Netz die Aufgabe der Eigenständigkeit bedeutet. Die Mehrheit der Mitglieder entschied sich nach langer Diskussion aber dafür, die bestehenden Strukturen nicht aufzugeben und das Netz unabhängig weiter zu entwickeln. Um das umzusetzen, trat das Netz als Ganzes dem Medi-Verbund bei, nicht aber jedes einzelne Mitglied. Herr Dr. Geßner wurde sogar in den Vorstand von Medi gewählt.

Die Arbeiten für das Qualitätsmanagement und damit die Vorbereitung für die Zertifizierung der Praxen nahmen in diesen Jahren immer breiteren Raum ein. Zwei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Konzepten nahmen die Arbeit auf.

Immer häufiger und intensiver wurden in den ersten Monaten des Jahres 2004 Überlegungen angestellt, wie sich die Praxen in einer unsicheren Zukunft besser positionieren könnten und gleichzeitig die Versorgung der Bevölkerung verbessert werden könnte. Die Idee vom Aufbau einer Integrierten Versorgung (IV) für die Region Kinzigtal wurde geboren. Nur den wenigsten war damals wohl wirklich klar, was das bedeutete und umfasste.

Eher durch Zufall gelang es dann, Kontakt zu Herrn H. Hildebrandt von der Hildebrandt Gesundheits Consult (HGC) aufzunehmen. Er galt als der Fachmann für IV im Bundesgebiet schlechthin. Im April 2004 erläuterte Herr Hildebrandt dann erstmals vor der Vollversammlung das Konzept einer Integrationsversorgung im ländlichen Raum, ein Populationsmodell. Das Netz beschloss, dem Vorschlag zu folgen und mit HGC ein Konzept zu erarbeiten, das dann der Kasse angeboten werden sollte.

Die Arbeit an der IV begann. Im September 2004 fand eine Klausur statt, auf der nähere Einzelheiten besprochen wurden. Erste Gespräche mit der AOK BW folgten. Die Kasse zeigte Interesse.

Am 15.10.2004 verstarb unerwartet Dr. Rainer Landgraf, Mitinitiator der Ärzteinitiative Kinzigtal und Gründungsmitglied der ersten Stunde. Bestürzung und Trauer waren groß. Er hinterließ eine Lücke, die nur schwerlich zu füllen war. Er war über viele Jahre engagiertes kollegiales Vorstandsmitglied, kreativer Ideengeber und gleichzeitig ausgleichender Teilnehmer in kontroversen Diskussionen.

Das Jahr 2005 war weitgehend ausgefüllt mit den Vorbereitungen für das IV-Projekt. Es fanden mehrere Klausurtagungen statt, um den Kollegen das Modell näher zu bringen.

Die Verhandlungen mit der AOK wurden in diesen Monaten immer konkreter. Schwierigster Punkt in den Verhandlungen war die Teilnahme der Netzmitglieder an den DMP’s. Nach langen Verhandlungen wurde der Vertrag mit der AOK paraphiert, auf einer Klausurtagung auf Schloss Hornberg den Netzmitgliedern vorgetragen und zur Abstimmung gestellt. Eine überwältigende Mehrheit entschied sich dafür, den Vertrag anzunehmen.

Auf einer Pressekonferenz am 31.01.2006 wurde der Vertrag mit der AOK BW dann öffentlich unterzeichnet.

Am 01.11.2005 startete offiziell das Projekt Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal. Zur Bewältigung anfallender Arbeiten wurde eine gemeinsame Firma die „Gesundes Kinzigtal GmbH“ gegründet.

Im Februar 2006 stellte Dr. Gessner seinen Vorstandssitz bei Medi zur Verfügung. Es waren im Laufe der Zeit unüberbrückbare die Differenzen entstanden, Medi hatte versucht, den Aufbau einer Integrierten Versorgung im Kinzigtal zu verhindern.

Im Gegensatz zu Medi wurde in Fachkreisen unser Plan, eine Integrierte Versorgung aufzubauen, mehrheitlich begrüßt, die Umsetzung mit Spannung erwartet.
Zum Jahresende 2005 musste die AUV ihren Betrieb einstellen, der wirtschaftliche Fortbestand war nicht gesichert.

Die Arbeit im Netz ging, obwohl viele Aktivitäten beim Aufbau der integrierten Versorgung gebunden waren, intensiv weiter. Die Praxissoftware wurde einheitlich umgestellt. Diverse Leitlinien wurden verabschiedet: Demenz, Fettstoffwechsel, Diabetes Typ2, Kolorektales Ca, Reanimation, Asthma bei Erwachsenen und Kindern, COPD und Restless Legs.

Drei Netzmitglieder gaben 2006 ihre Praxistätigkeit altersbedingt oder aus persönlichen Gründen auf. In allen Fällen gelang es, die Nachfolger für die Netzmitgliedschaft zu gewinnen.

In der Folgezeit wurde die Aufbauarbeit an unserem Projekt Gesundes Kinzigtal intensiv weitergeführt. Die wechselseitigen Aufgabengebiete wurden definiert, wobei die medizinische Kompetenz eindeutig beim Netz bleiben sollte. Kommunikationsserver wurden an die Praxen ausgeliefert. Erste GK-Programme wurden erarbeitet und im Netz vorgestellt. Diverse Fortbildungen wurden innerhalb der Vollversammlungen angeboten: Praxismanagement, Praxisabgabe und Altersversorgung.

Weitere Leitlinien wurden zu folgenden Themen erarbeitet: chron. Niereninsuffizienz, Essstörung, Herzinsuffizienz und Kopfschmerzen. Wie immer orientierten sich die Leitlinien an offiziellen Standards, wurden aber bewusst den Erfordernissen der Praxis angepasst.

2008 ging eine Ära zu Ende: Bei der Jahreshauptversammlung im April legte Dr. Detlev Geßner den Vorsitz im MQNK, den er seit 1999 ununterbrochen inne hatte, nieder, er stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. In seinen Abschlussworten ging Dr. Geßner noch einmal auf die Vergangenheit und die Zukunft des MQNK ein. Er schloss mit der Bitte, mit dem Pfand „Netz“ sorgfältig umzugehen.

In einer ausführlichen Laudatio würdigte Dr. Maack die außerordentlichen Verdienste, die sich Dr. Geßner in seiner langen Amtszeit erworben hatte. Er lobte das hohe persönliche und zeitliche Engagement, verbunden mit vielen Entbehrungen und sprach im Namen aller Netzmitglieder einen Dank aus, der auch der Gattin des scheidenden Vorsitzenden galt.

Bei den fälligen Neuwahlen wurde Herr Markus Auel zum 1. Vorsitzenden des MQNK gewählt.

Innerhalb der Netzarbeit standen weiterhin Probleme der Praxis-EDV im Vordergrund. Die für DMP-Ärzte vorgeschriebene Weiterbildung wurde ab sofort vom Netz organisiert.

Bei den internen Vollversammlungen wurden weitere Leitlinien zu den Themen Schlaganfall, KHK, CVI, Ulcus cruris venosum, Melanom, Basaliom und Prostata-Ca vorgetragen und verabschiedet. Außerdem wurden Fortbildungen für Praxishygiene und Notfalltraining angeboten, die Impfempfehlungen wurden aktualisiert. Für eingeschriebene Kinder wurde eine Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt ermöglicht.

2009 wurde der Praxisspiegel aktualisiert. Erste Praxen wurden zertifiziert: Auel, Geßner, Gräber, Feyrer, Michalek, Seith und Diener/Witzenrath, weitere folgten wenig später. Herzlichen Glückwunsch!

Immer häufiger fanden die Aktivitäten von Gesundes Kinzigtal nun auch Eingang in die Diskussionen bei den Netzvollversammlungen. Die Beiräte berichten regelmäßig über die Aktivitäten im GK. Das Problem, 8000 bei GK eingeschriebene AOK-Mitglieder zu erreichen, um auch anderen Kassen die Zusammenarbeit mit GK zu ermöglichen, wurde immer wieder diskutiert. Nach Lösungen wurde intensiv gesucht.

2009 war eine Satzungsänderung für das MQNK notwendig. Der Vorstandsvorschlag wurde mit 2/3-Mehrheit angenommen, nachdem im Vorfeld Kompromisse erzielt wurden.

Im Streit um die Gesundheitspolitik zeigte 2009 MQNK Flagge, es ließ Plakate drucken, die in den Praxen aushängt wurden. Gleichzeitig wurden Anzeigen in der regionalen Presse geschaltet. Die Redaktionen der beiden Lokalzeitungen zeigten indes nur bedingt Interesse, ausführlicher über die Probleme der niedergelassenen Ärzte und die zukünftigen Schwierigkeiten der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu berichten. Deutlicher wurde die Problematik bei einer Podiumsdiskussion in Hausach mit örtlichen Bürgermeistern und dem damaligen FDP-Fraktionsvorsitzendem im Landtag. Den Zuhörern wurde durch konkrete Zahlenbeispiele verdeutlicht, dass die von der GKV gezahlten Honorare in vielen Fällen nicht mehr kostendeckend sind. Dazu kommt, dass aus Altersgründen ausscheidende Ärzte keinen Nachfolger für ihre Praxen finden.

Am 6.November 2009 verstarb der langjährige Vorsitzende des MQNK Dr. Detlev Geßner an den Folgen seiner Krebserkrankung. Unter großer Anteilnahme der Netzärzte und der Bevölkerung wurde er in Haslach beigesetzt. Eine Würdigung seiner übergroßen Verdienste für das Medizinische Qualitätsnetz Kinzigtal und für Gesundes Kinzigtal fand nicht statt. Seiner Art entsprechend hatte Dr. Geßner sich das zu Lebzeiten verbeten.

Leitlinien für die Visite in Pflegeheimen, Depressionsmanagement und Diabetisches Fußsyndrom wurden in den Vollversammlungen 2010 vorgetragen und verabschiedet. Zusätzlich wurde eine Fortbildung über Sucht im Alter durchgeführt. Die medizinischen Fachangestellten wurden in psychometrische Messverfahren eingewiesen und erhielten eine Fortbildung zum Thema Impfen.

Das Ergebnis einer vom Vorstand veranlasste Mitgliederbefragung führte im Juli 2010 zu einer außerordentlichen Mitgliedervollversammlung in Zell a.H. Bei dieser Versammlung, die von einem externen Moderator geleitet wurde, wurde intensiv über das Verhältnis von MQNK zu GK diskutiert. Weiteres Thema war die Frage der Verbindlichkeit von Beschlüssen und welche Sanktionen bei Verstoß dagegen erfolgen sollten. Das Thema begleitet uns von Anfang an und es wohl noch weiter tun.

Als Anfang 2011 die Praxis des Kollegen Dr. G. Seith plötzlich verwaist war, formierte sich eine bewundernswerte Allianz der Netzärzte: Dadurch, dass sie wechselseitig halbtags in der Praxis von Dr. Seith Vetretung übernahmen, konnte der Praxisbetrieb aufrecht erhalten und der Fortbestand der Praxis gesichert werden. Deutlich wie nie zuvor zeigte sich in diesen Wochen, wie wir in vielen Jahren gemeinsamer Netzarbeit bei allem, was uns trennt, doch zu einer Gemeinschaft, einem Netz geworden sind.

Seit 2011 wird intensiv eine Neuplanung der Notdienste diskutiert: Ziel ist eine bessere Aufteilung der Gebiete, wobei die Zahl der Notdienste für den einzelnen Arzt möglichst reduziert, die gesicherte Versorgung der Bevölkerung aber erhalten werden soll.

Fortbildungen fanden 2011 statt zur Endokarditis-/ Antibiotikaprophylaxe, zur Antikoagulantientherapie und zum Thema Schwindel.

Im Februar 2012 wird Herr Martin Wetzel als Nachfolger von Herrn Markus Auel zum 1. Vorsitzenden des MQNK gewählt. Um die Vorstandsarbeit zu straffen wird eine erneute Überarbeitung der Satzung notwendig.

Die Netzhomepage wird von Grund auf erneuert. Die Beiträge sollen die Leistungen im Netz darstellen und möglichst aus den Reihen der Mitglieder kommen. Die Homepage ist mit den Praxen der Netzmitglieder verlinkt.

Haslach, im Januar 2013    Dr. Thomas Maack